Den Blick weiten: Wissenschaftler können Handwerker wertvolle Informationen liefern. Gleichzeitig profitiert die Forschung von der praktischen Anwendung.
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Forscher treffen Praktiker

DLR und ZDH vereinbaren Kooperation

Innovationen

München. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben vereinbart, in der Zukunft enger zusammen zu arbeiten und den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Handwerk für mehr Innovationen zu stärken.

Handwerker können technologische Herausforderungen nicht immer mit eigenen Ressourcen angehen. Wissenschaft kann hier wertvollen Input leisten. Gleichzeitig bieten Kooperationen der Wissenschaft die Möglichkeit, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in die praktische Anwendung zu bringen. Voraussetzung hierfür ist ein funktionierender Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Handwerk. Dazu haben das DLR und der ZDH eine Erklärung über angestrebte gemeinsame Aktivitäten unterzeichnet.

ZDH und DLR beabsichtigen, eine Innovationsplattform zu schaffen mit dem Ziel, einen gegenseitigen Technologie- und Wissenstransfer zu etablieren sowie Zukunftsanwendungen (Produkte, Dienstleistungen und Prozesse) zu identifizieren und voranzutreiben. In einem ersten Schritt wurde bereits eine gemeinsame „Roadmap“ entwickelt, die Meilensteine und konkrete Maßnahmen zur Förderung des Technologietransfers zwischen Handwerk und den Instituten des DLR umfasst. Ein Highlight ist der DLR-Tag am 11. Juni beim ZDH in Berlin, viele weitere gemeinsame Aktivitäten folgen noch in diesem Jahr.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist eine mit öffentlichen Mitteln geförderte ingenieurwissenschaftliche Großforschungseinrichtung. In seinen Instituten an deutschlandweit 20 Standorten forscht es zu wichtigen Themen wie Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Digitalisierung und Sicherheit. Das DLR Technologiemarketing arbeitet in branchenübergreifenden Netzwerken und setzt neueste Methoden des Innovationsmanagements zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen ein.

Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Dirk Wiese sagte: „Die außeruniversitäre Forschung ist stets auf der Suche nach Anwendungspartnern. Und die Handwerksorganisationen und -betriebe spielen traditionell eine wichtige Rolle im Innovationsprozess. Daher sehe ich es als Aufgabe des BMWi, Forschung und Handwerk bei der Zusammenführung im Innovationsprozess zu unterstützen. Mit der Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung gelungen. Durch die Innovationsplattform können erstmals Ergebnisse der außeruniversitären Forschung systematisch in das deutsche Handwerk transferiert werden. Ich würde mir wünschen, dass weitere Kooperationen folgen. Wenn Handwerk und Forschung lernen, die gleiche Sprache zu sprechen und das Voranbringen innovativer Zukunftsanwendungen als gemeinsame Aufgabe ansehen, werden beide Seiten und damit der Wirtschaftsstandort Deutschland davon profitieren. Das Handwerk kann sich damit auch frühzeitig auf neue technologische Trends und Entwicklungen einstellen, um sich im internationalen Wettbewerb gut zu positionieren.“