Das Handwerk in NRW legt in Sachen Digitalisierung einen höheren Gang ein. So stärken Betriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit und die anderer Branchen.
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Innovativ in die Zukunft

Das Handwerk in NRW legt in Sachen Digitalisierung einen höheren Gang ein und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit

Düsseldorf. NRW-Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart hat sich mit hochrangigen Vertretern des NRW-Handwerks zum Spitzengespräch getroffen. Dabei verabredeten sie eine Digitalisierungsoffensive für das nordrhein-westfälische Handwerk. Ziel ist, die Chancen der digitalen Transformation durch gemeinsame Aktivitäten besser zu nutzen und die Innovationskraft in den Handwerksbetrieben gezielt zu fördern.

„Die Digitalisierung des Handwerks ist von ganz besonderer Bedeutung“, sagte Pinkwart. „Zum einen stärken wir damit die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksunternehmen selber, zum anderen schaffen sie mit neuen, digitalen Werkzeugen auch mehr Fortschritt in anderen Wirtschaftssektoren, zum Beispiel im Bereich Smart Home oder bei der Energieeffizienz.“

Zur wirksamen Förderung von Innovationsprozessen sehen die vereinbarten Maßnahmen unter anderem verbesserte Beratungsstrukturen und Finanzierungsangebote für Handwerksunternehmen vor. Damit wird eine zentrale Forderung der Enquete-Kommission zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen umgesetzt.
Anlass zum Gespräch von Pinkwart, Andreas Ehlert (Präsident Handwerk.NRW) und weiteren Spitzenvertretern des Handwerks war eine erste Zwischenbilanz zur Umsetzung der Vorschläge der Enquete-Kommission. Ehlert: „Um NRW in der Digitalisierung nach vorne zu bringen, müssen wir die gesamte Klaviatur bespielen: von der Haustechnik über die Mobilität bis hin zu den öffentlichen Verwaltungen. Überall ist das Handwerk mit im Spiel.“

Die „Digitalisierungsoffensive im Handwerk NRW“ sieht unter anderem Folgendes vor:

  • Das Projekt „Handwerk-Digital NRW“, für das von 2018 bis 2020 eine Million Euro in den Landeshaushalt eingestellt sind, wird Werkstatt und Netzwerk für die Digitalisierung des Handwerks werden.
  • Der neue „Innovationspreis Handwerk NRW“ soll alle zwei Jahre vergeben werden. Er ist mit 20.000 Euro dotiert und wird unter anderem einen Preis in Höhe von 10.000 Euro für herausragende Digitalisierungserfolge in einem Handwerksunternehmen enthalten.
  • Der Innovationsgutschein, für den jährlich Landesmittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen, wird zurzeit gezielt auf die Bedürfnisse des Handwerks ausgerichtet. Dadurch erhalten Handwerksbetriebe die Kosten für externe Beratungs- und Entwicklungsleistungen erstattet.
  • Das Netzwerk der Berater für Innovation und Technologie (BIT) wird bereits seit 2017 aufgebaut und soll nun verstärkt die Digitalisierung in den Unternehmen unterstützen und dabei helfen, neue technologische Entwicklungen in die betriebliche Praxis zu integrieren.
    (punkt)Digitalisierungs-Investitionen können durch das neue Beteiligungsprogramm „Zukunft Handwerk NRW“ der Kapitalbeteiligungsgesellschaft für die Mittelständische Wirtschaft finanziert werden.
  • Die Verdopplung der Landesmittel für die Förderung der Bildungszentren um zwei auf vier Millionen Euro erweitert die Möglichkeiten zur Verbesserung der technischen Ausstattung und damit der Unterstützung für die Umsetzung digitaler Lernformate.

Neben den Projekten zur Digitalisierung bilanzierte das Spitzengespräch Handwerk weitere Maßnahmen in den Bereichen Entbürokratisierung und Handwerksförderung, Arbeitswelt und Berufsbildung, die in einem Bericht an das Parlament übermittelt und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden.