Zukunft der Telefonie

Cloud: Günstiger Daten nutzen und speichern

Digitalisierung

Köln. In früheren Zeiten befanden sich Daten hauptsächlich auf einem Rechner, an einem bestimmten Ort. Wollte man Daten einsehen, konnte man lediglich von diesem einen Gerät auf die gewünschten Daten zugreifen. Heute sind alle Geräte miteinander vernetzt und ermöglichen somit Flexibilität. Das Cloud-Netzwerk lagert Daten sicher, auch wenn Computer oder Mobiltelefon streiken.

Eine Lagerung der Daten in der Cloud umgeht Speicherbegrenzungen auf Endgeräten. Wenn Nutzer Daten speichern, landen diese über eine Internetleitung auf einem Server. Dieser kann an jedem Ort der Welt sein. Somit ist eine Cloud ein Netz von Rechnern und einer gigantischen Festplatte, die Daten griffbereit verwaltet und somit flexibles Arbeiten ermöglicht.

Kostengünstig, flexibel, skalierbar und in die Geschäftsprozesse integrierbar sind die Kernvorteile einer cloud-basierten Voice-Over-IP-Telefonanlage. Die Zukunftstelefonie heißt „Cloud TK“, „IP-Centrex“ oder „Hosted PBX“ (Private Branch Exchange). Diese übernimmt alle Funktionen der üblichen Telefonanlage, die in einem Rechenzentrum des Dienstleisters gehostet und über das Internet bereitgestellt werden. Der Dienstleister übernimmt dabei die Verantwortung für Betrieb, Wartung und Updates. Zur Nutzung eines solchen Dienstes werden ein Internetanschluss und ein SIP-Telefon (Session Initiation Protocol) benötigt. Die Anlage wird über eine Web-Anwendung gesteuert und bedarf keines speziellen Know-hows, da die Bedienung intuitiv erfolgt. Eine virtuelle TK-Anlage bietet gewohnte Sprachqualität, die über das Firmennetz und die Breitband-Internetverbindung in das Rechenzentrum übertragen wird, wo dann die Übergabe in das öffentliche Telefonnetz erfolgt. Die Vorteile einer virtuellen TK-Anlage sind Flexibilität, Kosteneinsparungen, Skalierbarkeit, der Wegfall teurer Hardware, der Entfall von Wartungsarbeiten und die Ausfallsicherheit. Es kann von jedem beliebigen Standort mit der Firmenrufnummer telefoniert werden. Dafür wird ein schnurgebundenes SIP-Telefon, ein mobiles SIP-Telefon, ein Rechner mit Softphone oder ein Handy mit einem installierten Softclient benötigt. Eine virtuelle Telefonanlage bietet des Weiteren Funktionen wie VoiceMail, elektronisches Fax, individuelle Wartemusik und Warteschlange, Telefonkonferenz, Sprachmenüs und CRM-Systeme. Customer-Relationship-Management-Lösungen steigern die Effizienz und optimieren die Hersteller-Kunden-Beziehung.

Wie funktioniert VoIP?
Die Sprachvermittlung über das Internet wird abgekürzt mit VoIP (Voice-over-IP). IP steht in diesem Fall für die Basistechnologie des Internets auf dem Internet-Protokoll. Die Information wird zwischen der Signalisierung und den eigentlichen Sprachdaten wie bei ISDN getrennt. Signalisierung ist zum Beispiel, wenn das Telefon abgehoben wird. Diese Daten der Signalisierung werden bei VoIP über SIP übermittelt. Über das Real-Time-Protokoll werden die eigentlichen Gesprächsdaten übertragen. Diese beiden Protokolle SIP und RTP zusammen ergeben die Technologie für VoIP.

Die Ausfallsicherheit bei Cloud-Lösungen ist genauso gewährleistet wie bei alten ISDN-Anschlüssen. Alle bekannten Anbieter haben eine Geo-Redundanz, so dass sogar bei einem Ausfall eines ganzen Rechenzentrums die Dienste übernommen werden.

Einer der größten Telefonanbieter will alle alten ISDN-Anschlüsse bis Ende 2018 abschalten und auf All-IP umstellen. Das bedeutet eine Kostenersparnis, da sowohl das IP-Netz als auch das alte abgeschaltete ISDN-Netz gewartet und am Laufen gehalten werden müssen. So macht eine Umstellung auf ein ALL-IP-Netz für die Telefongesellschaften Sinn. Bei der Umstellung auf All-IP ist ein ausreichend dimensionierter Internetanschluss notwendig, um die Technologie zu nutzen. Es wird eine Internetbandbreite von 100Kbit/s und eine Latenzzeit von weniger als 100ms pro gleichzeitigem Gespräch benötigt. Das stellt in Deutschland keine Herausforderung dar, da die meisten Anschlüsse diese Anforderung erfüllen. Eine Umstellung auf eine cloud-basierte VoIP-Telefonanlage bringt eine Kosteneinsparung von mindestens 50 Prozent.