Ben, Lukas, Julian und Muhamet sowie andere Schüler üben fleißig im Bildungszentrum für Friseure und Kosmetiker der HWK Aachen.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Doris Kinkel

Handwerk für Mädchen und Jungs

Malen, Feilen, Frisieren, Gestalten – am Girls‘ und Boys‘ Day sind Werkstätten auf

Pressemitteilung

Aachen. Die Farbe stand bereit, die Arbeitsplätze auf der Werkbank waren rechtzeitig vorbereitet. Im Bildungszentrum BGE Aachen der Handwerkskammer haben sich Meister und Pädagogen schon seit Längerem auf die jeweils zehn Schülerinnen, die den Beruf Maler und Lackierer beziehungsweise Metallbauer kennen lernen wollen, gefreut. Heute ist Girls‘ Day – und natürlich ist das Handwerk dabei. Und auch für Jungs gibt es ein Angebot. Am gleichzeitig stattfindenden Boys‘ Day dürfen elf Schüler im Bildungszentrum für Friseure und Kosmetiker der Kammer das Haareschneiden und Stylen ausprobieren. Darüber hinaus lernt eine gemischte Gruppe die Akademie für Handwerksdesign in Aachen-Horbach kennen, spricht dort mit aktuell Studierenden und darf sich selber kreativ ins Zeug legen.

Fähigkeiten testen, Interessen herausfinden – das sind Ziele der Aktionen. Während ihres eintägigen Praktikums werden die teilnehmenden Schüler von Beratern der Agentur für Arbeit Aachen-Düren über Jobperspektiven informiert. Bei Interesse können sich die Jugendlichen auch zu einer Einzelberatung anmelden. Nicht nur die Kammer, sondern auch Handwerksbetriebe in der Region öffnen am Girls‘ Day / Boys‘ Day für Jugendliche die Türen zu ihren Werkstätten.

41 Mädchen und Jungen haben die Angebote der Handwerkskammer angenommen. Ein gutes Zeichen für das Handwerk, deren Betriebe ständig auf Talentsuche sind. Nachwuchs und Fachkräfte zu finden ist für sie zu einem ernsthaften Problem geworden. Deshalb bieten Girls‘ Day und Boys‘ Day die hervorragende Möglichkeit, Jugendlichen die spannende Arbeiten näherzubringen. Während der praktischen Berufsorientierung in den Bildungszentren lernen die Schüler Werkzeuge und Material kennen und dürfen so wie Lehrling, Geselle und Meister im Berufsalltag handwerkliche Tätigkeiten ausführen. Sie erhalten wertvolle Einblicke, welche Fähigkeiten in den einzelnen Berufen gefragt sind.

Die Mädchen der Malergruppe tapezieren und gestalten Spanplatten, die Teilnehmerinnen im Metallbereich stellen eine kleine Tischuhr her. Im Friseurzentrum geht es um professionelle Haarwäsche an Übungsköpfen und um Lockwelltechniken. Zudem werden sich die Jungs im Nageldesign erproben.

Bei den Angeboten in den Bildungszentren werden die Teilnehmer von Sozialpädagogen betreut. Am Ende des „Arbeitstages“ berichten sie in einer gemeinsamen Abschlussrunde über ihre Erfahrungen im Handwerk und vergleichen ihre Erlebnisse mit den Erwartungen im Vorfeld.

Viele Berufe sind zu wenig bekannt

In Kooperation mit der Agentur für Arbeit strebt die Handwerkskammer danach, Berufe bekannter zu machen. Immer wieder stellen ihre Berater nämlich fest, dass junge Menschen nur einen kleinen Teil der etwa 250 möglichen Ausbildungsberufe im Agenturbezirk kennen. Deshalb ist es beiden Institutionen wichtig, am Girls‘ Day und Boys‘ Day Vielfalt zu präsentieren und Schüler zu ermutigen, ihre Potenziale und Neigungen zu entdecken.

Der Girls‘ Day und Boys‘ Day wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Neben vielen anderen Partnern unterstützt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Aktionstage inhaltlich und organisatorisch.